Unterrichtangebot für Grundschulen

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Seit 2015 bietet der Kolpingwerk-Bezirksverband Esslingen-Reutlingen erfolgreich ein Projekt „Fair-Trade“ für Grundschulen an, das meist im Rahmen des Religionsunterrichts aller christlichen Konfessionen durchgeführt wird.

Die Kompetenz der Kolpingsfamilie beruht auf Verbindungen und Erfahrungen mit rd. 60 Nationalverbänden, die in über 160 Jahren weltweit aufgebaut wurden. Das Kolpingwerk wurde von Adolph Kolping gegründet, der 1813 geboren wurde und in armen Verhältnissen aufwuchs. Als Schuhmachergeselle bekam er die Armut, der die meisten Menschen in Deutschland damals ausgesetzt waren, mit voller Härte zu spüren. So entschloss er sich, einen neuen Weg zu suchen, holte das Abitur nach, studierte katholische Theologie und wurde Priester. Als Kaplan nahm er sich zunächst den wandernden Gesellen an. Zur Erweiterung seines sozialen Engagements verzichtete Kolping auf seine Stellung und die aussichtsreiche Karriere beim erzbischöflichen Ordinariat in Köln, arbeitete als Zeitungsherausgeber und Publizist und verdiente damit das Geld um ein Sozialwerk aufzubauen, das heute weltweite Bedeutung hat.

Unabhängig davon, ob am Standort einer interessierten Schule eine Kolpingsfamilie besteht, kann der Vorsitzende des Kolpingwerk-Bezirksverbands Esslingen-Reutlingen Uwe Schorsch ein Team mit Bereitwilligen zusammenstellen, die sich in den Unterrichtsstoff kurz einarbeiten und zusammen mit ihm und den Religionslehrerinnen und -lehrern an 3 Schultagen das Projekt durchführen. In der Regel finden sich Helfer, die auch in der Kirchengemeinde aktiv sind.

Die Schülerinnen und Schüler der 3. oder 4. Klasse werden zuerst mit der Problematik von Armut vertraut gemacht. Dazu dienen historisch belegte Beispiele aus dem 19. Jahrhundert in Deutschland im Vergleich zum heutigen Wohlstand, sowie Belege aus der Sozialarbeit und der Korrespondenz des Kolpingwerks mit seinen weltweit arbeitenden Nationalverbänden.

Am Vergleich der unfair gehandelten Banane mit der fair gehandelten Banane beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler damit, wie Bananen angebaut werden und unter welchen Bedingungen Kinder und Erwachsene auf den Plantagen arbeiten müssen. Daraus wird die Notwendigkeit und die Bedeutung des „Fairen Handels“ abgeleitet, was inhaltlicher Schwerpunkt des Unterrichts ist. Die Schülerinnen und Schüler zeigen stets großes Interesse an dem Thema und tragen somit dazu bei, dass ihre Familien auf zahlreiche fair gehandelte Produkte in den Supermärkten, an Wochenmärkten oder in den Kirchengemeinden aufmerksam werden. So wird nach und nach in der Gesellschaft ein Bezug zu den Produzentinnen und Produzenten hergestellt, die eine Chance auf eine gerechte Bezahlung für ihre hochwertigen Produkte erhalten und so ihre Existenz sichern.

Der Höhepunkt des Schulprojekts ist der Abschluss mit einem gemeinsamen Frühstück am 3. Unterrichtstag. Dabei kommen ausschließlich fair gehandelte Produkte auf den Tisch. In der Regel finden sich für die Aufwendungen Sponsoren.