Projekt Generation

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Projekt Generation setzt sich dafür ein, dass Jugendliche möglichst früh in soziale Projekte eingebunden werden. So erfahren sie ganz praktisch, dass sie etwas verändern und bewirken können.

Zeitzeugenbefragung – Generationen im Dialog

Mit jungen und alten Menschen treffen Lebenswirklichkeiten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die junge Generation surft in 90 Sekunden um die Welt – die Alten mussten als Kinder erleben, was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben. Sie erlebten, wie ihre Väter in den Krieg zogen und oft nicht mehr zurückkamen. Viele erlebten Angst vor Fliegerangriffen, Hunger und einmarschierende Soldaten.
Ein Austausch zwischen diesen Generationen ist spannend und geht unter die Haut. Die Jugendlichen tauchen ein in eine komplett andere Welt. Eine Welt ohne Fernsehen, ohne Handy und ohne Computer – aber trotzdem unglaublich spannend und interessant. Auf diese Weise gelingt es vielleicht, ihr Interesse für Geschichte und Politik zu wecken.

Unsere Interviewer – die Schüler – sind Urenkel der Kriegsgeneration. Sie sind weit genug weg, um sich diesem schwierigen Thema zu stellen. Und das Interesse ist da. Sie wollen wissen, was früher war. Authentische Berichte in Form von Filmen gibt es reichlich und auch literarisch besteht bereits ein großes Angebot namhafter Bücher. Viel spannender sind allerdings persönliche Gespräche mit Betroffenen. Statt trockener Fakten und allgemeiner Erzählungen wie im Geschichtsunterricht erfahren unsere Schüler packende Geschichten und persönliche Schicksale. Und ganz wichtig: Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Was passiert in Zeitzeugenbefragungen?
In Interviews mit Zeitzeugen wird die verschüttete Erinnerung an ein oftmals traumatisierendes Kriegsschicksal wachgerufen. Unsere Eltern und Großeltern waren nicht nur kollektiv in Schuld verstrickt, sondern sie waren auch Opfer. Versteinert standen sie nach dem Krieg vor den Trümmern ihrer Welt.
Die Anteilnahme an ihrem Schicksal und die Anerkennung ihres Leidens können den Zeitzeugen helfen, ihre schrecklichen traumatischen Erinnerungen besser seelisch zu verarbeiten.
Ein differenzierter Blick auf die Geschehnisse hilft auch der jungen Generation. Es macht wenig Sinn, nur die Fakten zu betrachten oder aber der älteren Generation die Schuld zu geben an dem, was passiert ist. Denn betroffen sind wir alle auch heute noch, persönlich wie auch politisch tragen wir die Folgen. Nur wenn wir uns damit auseinandersetzen, können wir uns schrittweise davon befreien.

Wie läuft es ab?
Schüler aus allen Schultypen (Haupt-, Realschulen und Gymnasien) befragen Zeitzeugen in den Seniorenheimen. Leben die Zeitzeugen noch zuhause, findet auch die Befragung dort statt. Aus einem Fragenkatalog wählen die Schüler selbständig Fragen aus. Jeweils zwei Schüler führen das Interview durch. Das Geschehen wird überwiegend filmisch dokumentiert.